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Die Wärme der Farben

Die Idee
Welche Erfahrungen macht ein Mensch, der plötzlich aus seinem Lebensfluss gerissen wird? Nahezu aller menschlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten beraubt, muss er dieser existenziellen Bedrohung begegnen. Am Beispiel   dieses  Einzelschicksals  lässt  sich

zeigen, dass ein ungeahnt hohes Potenzial verborgener Kräfte in uns steckt.

Wie aussichtslos und leidvoll auch immer eine Situation erscheinen mag, in jedem Menschen steckt dieses große Potenzial zur Weiterentwicklung. Die Qualität des Lebens hängt davon ab, inwieweit jeder bereit ist, sich für seine Anlagen und Fähigkeiten einzusetzen. Erst wenn man sich selbst aufgibt, ist man in Wahrheit verloren.
Das Buch soll Mut machen: Es ist nicht wichtig, vor welche Herausforderungen wir gestellt werden. Entscheidend sind der feste Wille und die Liebe, mit der wir uns für uns und für andere einsetzen. Nur so können wir unser Leben und ein Leben in der Gemeinschaft voranbringen.

Der Inhalt
Der Roman beginnt mit der Beschreibung der erinnerten Erlebnisse in der Woche vor dem Autounfall. Den Unfall selbst nicht beschreibend, findet sich die Hauptperson auf der Intensivstation wieder. Sie weiß nicht, wo sie ist und was mit ihr geschah, kann weder bewusst denken noch empfinden.
Die folgenden 17 Tage ringt der Komapatient mit dem Tode. Zehn Wochen später, noch im Koma, wird er in die Neurologische Klinik nach Bad Homburg verlegt. Sam erlebt diese „andere Welt“ zwischen den Polen Koma und Wach als Zeit der Verdunkelung und Verfremdung. In jeder Form sich selbst entfremdet, beschreibt er seine Nähe zur Todesgrenze und die Zweifel an seinem Überleben. Die Ärzte attestieren ihm nur eine fünfprozentige Überlebenschance, da verschiedene Zentren seines Gehirns schwer geschädigt wurden. Zuverlässige Aussagen über sein Dasein können nur die Messgeräte treffen, die pausenlos die Atem- und Pulsfrequenz aufzeichnen.
Daneben gibt es gleichwohl eine weitere, innere, nicht messbare Kraft, die keiner der Ärzte beeinflussen kann. Neue Impulse der Hoffnung – die Wärme der Farben – führen dazu, dass Sam sich für das Überleben entscheidet. In einfachen Worten beschreibt er, wie die Liebe zum Leben und erste wahrgenommene Licht- und Tonimpulse seine Gehirnzellen und seine Seelentätigkeit aktivieren.
Der Reorganisationsprozess setzt ein. Auch in dieser Phase streiten zwei diametral entgegengesetzte Pole miteinander: Aktivität und Passivität im Sollen, eigenes Wollen und Können sowie Verzweiflung und Selbstmotivation. Sam nimmt sich daher als Lebewesen wahr, das mal in der Neben-, mal in der Hauptrolle agieren soll. Ständige innere Kämpfe sind seine Begleiter.
Nach drei Monaten allmählichen Erwachens erfährt er den Grund für seinen Klinikaufenthalt. Dies wird ihm zum Drama und stürzt ihn in eine Depression. Sein beschränktes Denkvermögen und seine eingeschränkte Bewegungs- und Sprachfähigkeit erkennend, versucht er wieder und wieder, einstmals Gekonntes wiederzuerlangen. Dafür setzt er unermüdlich alle geistigen und körperlichen Kräfte ein.
Erste Erfolge motivieren ihn zu Weitermachen. Seine Fähigkeiten zur Disziplin, Motivation und Ausdauer bringen ihn schließlich soweit, wieder das Sitzen, Essen, Sprechen, Gehen, Denken und Lernen zu erlernen.
Doch der mühsame Weg der Arbeit an sich selbst setzt sich auch nach der Entlassung aus der Klinik fort. Nicht selten verzweifelt er auf diesem Wege und beschreitet auch Irrwege. Sein aufmerksamer Bruder weist ihn liebevoll auf Fehlentwicklungen hin und begeistert ihn zur Umkehr.
Sam greift diese Hilfestellungen auf und reift zu einer Persönlichkeit heran, die in eiserner Selbstdisziplin auch wieder das Lachen, Entscheiden und Handeln erlernt.
Wie mühsam der Weg nach der Entlassung aus der Neurologischen Klinik auch immer ist, Sam gelingt es, sich zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft zu entwickeln. Dies verdankt er nicht zuletzt der Liebe zu Maya, seiner Physiotherapeutin, zu der er sich bereits in der Klinik hingezogen fühlt. Er heiratet Maya, beendet unter schwierigen Vorzeichen sein Studium und wird stolzer Vater zweier Kinder.

Autoren

Neo Pajan

Neo Pajan wurde 1958 in Abadan, Süd-Iran geboren. Als 25-Jähriger erlebte der Student in Deutschland...

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